Wie bei allen Wanderungen im Hochgebirge gilt insbesondere auch bei diesen Touren: Feste Schuhe mit stabiler Sohle und Schuhhöhe über die Knöchel sind unabdingbar, sind doch einige sehr felsige Passagen und Geröllhänge zu überwinden. Regenschutz (immer!), Getränke und eine Jause gehören selbstverständlich in den Rucksack.

 

Hochalpila, Alp Gues, Silbertal

Diese wunderschöne, nur aufgrund ihrer Länge anstrengende Wanderung vom Hochjoch ins Silbertal dauert ca. 5-6h. Mit der ersten Fahrt der Hochjochbahn bis an den Sennigrat genießt man bereits den atemberaubenden Bergblick ins Montafon. Über die Wormser Hütte gelangt man auf das Kreuzjoch (2398m) und hat sich bei einer Rast die umwerfende Aussicht in die umliegende Bergwelt redlich verdient. Danach steigt man ab zur Bergstation der Panoramabahn und ans Grasjoch.

Von dort geht es leicht aufwärts am Fredakopf vorbei (Alternative über die Seen hinter dem Scheimersch, plus ca. 1h Wanderzeit). Dann verläuft der Weg leicht abwärts zur Alpe Gues. Von dort nutzt man bequemerweise den Fahrweg der Alpe hinunter ins Tal bis zur Alpe Gafluna, die im Sommer auch bewirtschaftet ist. Die Abkürzung von der Alpe Gues direkt ins Tal ist sehr steil und mit hohen Tritten versehen, reduziert die Gehzeit aber deutlich. Vorbei an den Gasthäusern Hasahüsli und Fellimännle, die zur Einkehr einladen, bildet der Weg entlang der Litz den gemütlichen Ausklang der Wanderung bis zur ersten Bushaltestelle im Silbertal. Von dort bringt einem der MBS-Bus zurück nach Schruns und somit ans Auto.

Wanderung über den Gantekopf zur Alpe Nova. (Bild: Stefan Kothner – Montafon Tourismus GmbH, Schruns)

Sommerpanorama Montafon-Brandnertal. (Copyright: Bergbahnpool Montafon Brandnertal)

Hohes Rad, Bieltal

Ein sehr lohnender Gipfel von der Bielerhöhe aus ist das Hohe Rad (2934m). Dieser Gipfel bietet einen einzigartigen Blick auf die umliegenden Gletscher der Silvretta und gilt dort als einer der schönsten Aussichtsgipfel. Zu Füssen dieses Berges wurde früher von den Alpbesitzern des Montafon, des Paznaun und des Engadin Rat gehalten, daher stammt vermutlich auch der Name dieses Berges.

Von der Bielerhöhe geht es durch das Bieltal bis auf zirka 2350m. Von dort geht es dann rechts hoch zum Radsattel. Bevor man den Radsattel erreicht, kommt man noch am wunderschönen Radsee vorbei, der sich wunderbar für eine kleine Rast anbietet. Vom Aussichtspunkt Radsattel geht’s dann in leichter Kletterei in 2,5 bis 3h aufs Hohe Rad. Der Weg auf das Hohe Rad ist nur für Geübte zu empfehlen und auch ohne den Gipfel ist dies ein wunderschöner Rundweg! Nach dem Abstieg vom Hohen Rad geht man am besten wieder zum Radsattel und dann weiter zur Wiesbadner Hütte und von dort über den Sommerweg zurück auf die Bielerhöhe. Der direkte Abstieg vom Hohen Rad zur Bielerhöhe ist weniger empfehlenswert, führt er doch durch ein sehr grobes Geröllfeld, das nur geübten „Felsspringern“ empfohlen werden kann.

 

Tschaggunser Mittagsspitze (2168m)

Die Fahrt mit dem Auto zum Berggasthof Grabs ist zwar gestattet, die Parkplätze dort sind jedoch alle im Eigentum des Gasthofwirts. Darum entweder gleich dort übernachten oder vorher anrufen, ob Ihr das Auto dort abstellen könnt. Wenn ihr z.B. bei der Rückkehr das gute Essen und die Aussicht dort genießen wollt, wird der Wirt nichts dagegen haben. Aber auch hier gilt, wie überall im Montafon: Mit den Leuten REDEN. Vorher! Dann ist vieles möglich.

Vom Berggasthof Grabs aus startet diese Tour relativ steil bergauf entlang der früheren Skipiste bis über die Baumgrenze. Die letzten Meter zum Gipfel braucht man auch die Hände, die leichte Kletterei ist aber ohne Sicherung auch für Nicht-Kletterer gut machbar, so lange Ihr trittsicher seid. Nach dem Gipfelgenuss geht es weiter bis zum Schwarzhornsattel, danach Abstieg über den Tobelsee, vorbei an der Alpe Alpila und zurück zum Berggasthof Grabs. Dafür werdet Ihr rund 5h brauchen.

Wanderung zum Tobelsee. (Foto: Daniel Zangerl – Montafon Tourismus GmbH, Schruns)

Schöne Alpen sorgen für die nötige Erholung. (Foto: Stefan Kothner – Montafon Tourismus GmbH, Schruns)

Itonskopf (2089m)

Den Hausberg von Bartholomäberg gehört aufgrund der vielseitigen Aussicht zum Standardprogramm der Wanderungen im Außermontafon. Wir empfehlen die Besteigung ab Kristberg, hat man hier doch schon mehr Höhe gewonnen als beim Start von Bartholomäberg Kirche oder Kirche Innerberg. Von der Bergstation der Kristbergbahn geht’s über den Kristbergsattel, vorbei an der Waldschule über Ganzaleita (Aussicht ins Klostertal!) und Falla zur Oberen Wiese. Von dort Aufstieg zum Alpilakopf, dann weiter zum Itonskopf. Die letzten Meter zum Gipfel sind eine leichte Kletterei, erleichtert durch ein Stahlseil. Der Rundblick auf dem Gipfel ist einzigartig, auch wenn der Berg gar nicht “so hoch” ist. Weiter geht’s zum Wannaköpfle, von dort Abstieg über Monteneu und zurück über Fulasee, Torasee und Fulateia zum Kristberg. Mit 5h müsst Ihr bei dieser Wanderung kalkulieren und so früh losgehen, dass sich noch eine Einkehr im Panoramagasthof Kristberg oder der Knappastoba ausgeht UND Ihr danach die letzte Bahn noch erwischt ins Tal (18:15 Uhr).

 

Maisäßwanderung Montiel, Netza, Monigg, Sascharscha

Oberhalb von Gortipohl liegt ein sehenswerter Wasserfall, auch wenn die Verbauungen unterhalb des Wasserfalls zwar sicher praktisch und notwendig, aber optisch weniger ansprechend sind.

Von diesem als Ausgangspunkt lässt sich eine wunderschöne Wanderung durch die dortige Maisäßlandschaft starten. Der erst steile Aufstieg nach Montiel wird vom Anblick dieser original erhaltenen und wunderschönen Ansammlung von Maisäßen reich belohnt. Sämtliche Gebäude sind noch mit Holzschindeldächern eingedeckt, es handelt sich um einen geschlossenen Maisäß, so dass auch Zäune und Trockensteinmauern weitgehend erhalten sind, welche das Vieh auf der jeweils eigenen Weide hielten. Von dort führt die Wanderung weiter zum Oberen Netzamaisäß, der mit Fahrzeugen nicht erreicht werden kann.

Über die Netzaalpe auf 1854m führt der Weg zurück auf das Moniggmaisäß, von dort Wahlweise zum Maisäß Sascharscha oder zum Unteren Netzamaisäß und von dort jeweils Abstieg nach Gortipohl.  Für ambitioniertere Wanderer lässt sich ab der Netzaalpe noch die Umrundung des Zapfkopfes über das Madererjöchle (2251m), den Grappeskopf (2206m) und Abstieg zum Maisäß Sascharscha einbauen.

 

Versettla, Madrisella und Novatal

Der Gaschurner Hausberg Versettla (2372m) lässt sich mit Hilfe der Versettlabahn gut erreichen, die den Wanderer bereits auf 2010m bringt. Neben der Bergstation der Versettlabahn steht die im Winter bei den Skifahrern beliebte Nova Stoba. Von dort eine gute Stunde Aufstieg, knapp 400 Höhenmeter sind zu überwinden. Belohnt wird man mit einem einzigartigen Rundblick über das Montafon und die Silvretta. Von dort wandert Ihr weiter zur Madrisella (2466m) mit ebenso schönem Ausblick. Dann geht es über das Matschunerjoch durch das Novatäli und abwärts bis zur Alpe Nova, dann aufwärts zurück zur Bergstation Versettlabahn. Gesamtgehzeit des Rundweges ca. 3,5-4h.

Für die ganz Anspruchsvollen ist vom Matschunerjoch noch ein Abstecher zur Heimspitze (2685m) möglich (1h Hinweg vom Matschunerjoch) oder sogar der Abstieg ins Vergalda und dann nach Gargellen.

Wanderung zur Saarbruecker Hütte. (Foto: Daniel Zangerl – Montafon Tourismus GmbH, Schruns)

Beim Wandern lässt sich die traumhafte Bergwelt im Montafon in vollen Zügen genießen. (Foto: Daniel Zangerl – Montafon Tourismus GmbH, Schruns)

Vermunt – Saarbrücker Hütte

Die wunderschöne Wanderung mit sehr hochalpinen Eindrücken beginnt am Parkplatz des Obervermuntwerkes am Ende des Vermunt-Stausees, den man über die Silvretta-Hochalpenstraße erreicht. Alternativ kann man auch vom Madlener Haus unterhalb der Silvretta-Staumauer starten. Die Saarbrücker Hütte  ist die höchstgelegene Hütte (2538m) in der Silvretta, ihr unmittelbarer Hintergrund bildet die vergletscherte Bergwelt der Litzner-Seehorn-Gruppe. Sie wird von Wanderern und Bergsteigern sehr gern als Ausgangspunkt für die umliegenden Hochtouren verwendet, die dort in allen Schwierigkeitsgraden geboten sind.

 

Golmer Höhenweg, Lindauer Hütte und Gauertal

Ein schöner Rundweg führt ab Bergstation Golm über den Golmer Höhenweg mit Kreuzjoch, Wilder Mann und Geißspitze zur Lindauer Hütte, die sich wegen des guten Essens und des netten Hüttenwirtes für eine Einkehr oder Übernachtung unbedingt anbietet. Der Blick auf Drusenfluh, Sulzfluh und die allgegenwärtigen Drei Türme ist immer wieder atemberaubend.

Der Rückweg führt durch wunderschöne Gauertal gemächlich zurück bis nach Latschau. Am Talausgang des Gauertals befindet sich die Alte Säge Müllis Ferdi. Diese Säge am Rasafeibach ist ein auch heute noch funktionstüchtiges Kleinod. Der engagierte Eigentümer bietet immer wieder Schausägen an und demonstriert die Funktionsweise der über ein oberschlächtiges, hölzernes Mühlrad vom Wasser des Rasafeibaches angetriebenen Säge.