Diese Touren sind nur für geübte Wanderer geeignet, die einerseits die entsprechende Bergerfahrung mitbringen, was steile, enge und ausgesetzte Pfade, Wetterumschwung etc. betrifft, andererseits auch eine überdurchschnittliche Kondition bei den doch längeren Wanderungen haben. Wasser, Notvorrat an Essen, Regenzeug und Handy gehören zwingend in den Rucksack.

Unternehmt diese Touren möglichst nicht allein! Seil oder Klettersteiggeschirr ist bei diesen Wanderungen nicht erforderlich, solche Touren findet Ihr bei den Klettertipps.

Wormser Höhenweg

Startpunkt idealerweise bei der Wormser Hütte. Am besten am Vorabend auf die Hütte fahren, das gute Essen genießen, dort übernachten und sehr früh starten. Abstieg zum Grasjoch, dann zwischen Scheimersch (2420m) und Roßberg (2381m) immer auf dem Höhenweg halten. Unterhalb des markanten Valschavieler Maderer (2769m) geht’s weiter zum Gaschurner Winterjöchle und von dort übers Valschavieltal nach Gaschurn oder zur Neuen Heilbronner Hütte. Entweder dort nochmal übernachten oder direkt weiter zum Zeinisjoch und dort übernachten oder mit vorher abgestelltem Auto oder Bus über die Bieler Höhe zurück ins Montafon. Gehzeit allein von Hütte zu Hütte rund 9h!

Verwallquerung, Silbertaler Winterjöchle

Ambitionierte 1- oder gut machbare 2-Tageswandertour durch eine wilde, romantische und einsame Berglandschaft. Von Gaschurn durch das idyllische Valschavieltal Richtung des geschlossenen Ensembles Valschavieler Maisäß, über Valschavielsee, Wormser Höhenweg zur Heilbronner Hütte (ca. 3h). Alternativ kann auch vor dem Kopsstausee am Zeinisjoch gestartet werden.

Dann Richtung Silbertaler Winterjöchle zur Landesgrenze Tirol und der kontinentaleuropäischen Hauptwasserscheide (Rhein/Donau), Obere Freschalpe, Schwarzer See, Untere Freschalpe, Obere und Untere Gaflunaalpe. Vorbei an der Jausenstation Hasahüsli und dem Gasthaus Fellimännle geht es das Silbertal immer an der Litz auswärts bis zur Ortschaft Silbertal. Dauer von der Heilbronner Hütte ca. 6h. Dort mit einem zweiten, geparkten PKW, dem Bus oder dem Bike über Schruns und St. Gallenkirch zurück nach Gaschurn. 

Schesaplana

Die 2965m hohe Schesaplana kann entweder vom Lünersee oder vom Rellstal (über Lünerkrinne oder Saulajoch) oder auch direkt aus dem Brandnertal über die Oberzalimhütte aus bewandert werden. Wir empfehlen den kürzesten Weg vom Lünersee, der mit der Lünerseebahn vom Brandnertal schnell erreicht ist. Nur die verwegenen Wanderer nutzen statt der Bahn den Bösen Tritt hoch an den Lünersee Von dort geht’s jedenfalls über den Uferweg zur Totalphütte hinauf, die im Winter 2018/2019 von einer Lawine schwer beschädigt wurde. Dennoch ist sie im Sommer wieder geöffnet und für eine Einkehr wunderbar geeignet. Von dort geht es zur Schesaplana mit einzigartiger Aussicht in die Schweiz und wieder zurück über Totalalphütte zur Douglasshütte am Lüner See. Ohne Bösen Tritt dauert das rund 6h, Hin- und Rückweg mit bösem Tritt werden rund 9h dauern.

Wunderschöne Wandertouren warten auch im hinteren Silbertal. (Foto: Daniel Zangerl – Montafon Tourismus GmbH, Schruns)

Ein unvergessliches Erlebnis: Wanderung zur Saarbrücker Hütte. (Foto: Daniel Zangerl – Montafon Tourismus GmbH, Schruns)

Tübinger Hütte und Garneratal

Von den neun großen Seitentälern des Montafons ist das Garneratal wohl eines der schönsten. Das Tal erstreckt sich über 12 Kilometer und liegt zu Füßen der vergletscherten Plattenspitze. Das Garneratal diente auch schon als Kulisse für den Film „Schlafes Bruder“ von Joseph Vilsmaier. Im Sommer wird das Garneratal als Schafweide für rund 900 Schafe genutzt. Insbesondere der Schafabtrieb und die Schafscheide im Herbst (meist letztes Septemberwochenende) sind ein eindrucksvolles Erlebnis. Mitten im Tal befindet sich die Garneralpe. Auf der Ostseite des Talschlusses liegt die Tübinger Hütte (2191m). Der schönste Zugang in das Tal und zur Tübinger Hütte (ca. 4 Stunden) führt von Gaschurn durch die Garneraschlucht zum Maisäß Ganeu und dann weiter einwärts entlang des Garnerabachs bis zur Tübinger Hütte.

Eines der schönsten Ziele von der Hütte ist das Plattenjoch (nur für Geübte), das einen einmaligen Blick in die Silvretta mit dem Großlitzner und das Große Seehorn bietet. Das Plattenjoch erreicht man von der Hütte in gut 2 Stunden. Vom Plattenjoch gelangt man dann in leichter Kletterei in gut 30 Minuten auf die Westliche Plattenspitze mit gewaltiger Rundschau. Vom Plattenjoch kann man dann wieder zur Tübinger Hütte absteigen oder weiter über die Schweizerlücke in 3 bis 4 Stunden zur Saarbrückner Hütte wandern und von dort dann zum Vermuntsee und mit dem Bus wieder ins Tal.

Ein weiteres sehr lohnendes Ziel von der Tübinger Hütte ist der Hochmaderer (2825m), der von der Tübinger Hütte in zirka 2½ Stunden erreicht ist.

Gweil-Runde

Eine wunderschöne Runde durch die Montafoner Kulturlandschaft ist mit dieser Wanderung möglich. Sie dauert ihre Zeit, kann aber auch schon im Frühjahr oder noch im späteren Herbst gemacht werden, auch wenn dann die Alpen nicht bewirtschaftet sind. Startpunkt ist Bitschweil in Tschagguns bei der Jausenstation. Von dort geht’s über Horamaisäß und Horaalpe zur Alpe Außergweil. Von dort an der Gweilspitze (2187m) vorbei zur Alpe Innergweil, die ein extrem beliebtes Fotomotiv ist. Der Abstieg erfolgt über das Gweiler Maisäß nach Galgenul. Dort oder bei der Valiserabahn parkiert man vorher ein Auto und fährt zurück nach Tschagguns. Wem dies nicht möglich ist, der kann die Runde Gweiler Maisäß, Außergweil, Gweilspitze, Innergweil auch von Galgenul aus machen oder von Reute (Bushaltestelle) über das Rütital auf- oder absteigen.