Mit 3312m Höhe ist der Piz Buin der höchste Berg im Montafon und der höchste Berg in Vorarlberg. Der Piz Buin ist einer der 17 Berge im Montafon, die über 3000 Meter hoch sind und sein Name bedeutet aus dem rätoromanischen übersetzt Ochsenkopf. Er liegt mitten in der Silvretta in einem faszinierenden Bergpanorama. Neben dem Großen Piz Buin liegt der Kleine Piz Buin mit 3255m Höhe. Beide liegen direkt an der Schweizer Grenze und oberhalb des Vermuntgletschers und des Ochsentaler Gletschers. Diese beiden Gletscher sind der Ursprung der Ill, die durch das Montafon und den Walgau bis in den Rhein fließt.

Die Schweiz grenzt mit dem Unterengadin an Vorarlberg beim Piz Buin, südlich des Berges liegt die bekannte und pittoreske Ortschaft Guarda. In der Silvretta gibt es allerdings noch höhere Berge: Der Piz Linard mit 3410m in der Schweiz und das Fluchthorn mit 3399m in Tirol.

Im Jahr 1865 wurde der Piz Buin zum ersten Mal von Alpinisten bestiegen. Mit dem 14. Juli exakt am selben Tag wie das Matterhorn in der Schweiz, übrigens. Die Erstbesteiger waren der Kaufmann Johann Jakob Weilemann aus St. Gallen, der aus dem Allgäu stammende, aber in Wien tätige Kaufmann Anton Joseph Specht sowie den beiden Bergführern Franz Pröll aus dem Paznaun (Tirol) und dem aus dem Passeiertal (Südtirol) stammenden Jakob Pfitscher.

Alle Bilder von Lukas Kühlechner (zum Interview mit der Muntafuna Fee), www.kuehlechner.at

Der Piz Buin ist mit 3312 Metern Höhe der höchste Berg im Montafon.

 

1896 wurde die Wiesbadner Hütte vom Deutschen Alpenverein errichtet, die noch heute als Ausgangspunkt für Touren auf den Piz Buin (4 h) dient wie als Wanderziel (ca. 2,5h) von der mit dem Auto anfahrbaren Bielerhöhe. 1865 wurde oberhalb von Klosters bereits die Silvrettahütte als eine er ersten Schutzhütten überhaupt eröffnet, die bis zur Eröffnung der Wiesbadener Hütte häufig als Ausgangspunkt für Piz Buin-Besteigungen genutzt wurde.

Heute werden Besteigungen im Sommer wie im Winter durchgeführt. Die Standardvariante dauert 2 Tage, da auf der Wiesbadner Hütte übernachtet wird. Der Weg wird aufgrund des Gletscherrückgangs immer schwieriger und der Ochsentaler Gletscher ist sehr spaltenreich. Darum sollte bei einer Besteigung möglichst ein erfahrener Bergführer mitgenommen werden. Denn das Erlebnis und die unglaubliche Aussicht sind die Strapazen allemal wert!

Die Standardvariante für die Besteigung des Piz Buin dauert zwei Tage.

Für Nicht-Vorarlberger viel bekannter als der Berg ist die Sonnenschutzmarke Piz Buin. Diese gehört seit 1989 zu Johnson & Johnson, wurde aber in Vorarlberg erfunden. Franz Greiter, Unternehmer, begeisterter Skifahrer und Alpinist, begann nach dem 2. Weltkrieg mit der Produktion der Sonnenschutzcreme und führte dabei sowohl den Markennamen Piz Buin ein als in den 60er Jahren auch die bis heute gebräuchlichen Sonnenschutzfaktoren. Eine weitere Innovation war die Entwicklung von wasserfesten Sonnenschutzmitteln. Er produzierte in Lauterach und der benachbarten Schweiz sowie bei Lizenznehmern auf der ganzen Welt und machte den Markennamen Piz Buin weltberühmt.

Johnson & Johnson ist ein weltweit tätiger Pharmazie- und Konsumgüterhersteller mit Hauptsitz in USA/New Jersey. Der Konzern hat die ursprünglichen Standorte nach und nach aufgegeben und produziert seine Produkte weltweit. Er konnte an die Erfolge der Marke unter Franz Greiter jedoch nicht anknüpfen.

Mehr zum Piz Buin im Buch Mythos Piz Buin, Kulturgeschichte eines Berges, herausgegeben 2015 von Michael Kasper.

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