St. Anton (von den älteren Einheimischen “Santatöni”, von den Jüngeren auch “Stänton” genannt) mit heute ca. 800 Einwohnern wurde wohl zur Zeit des Erzbergbaues am Kristberg und am Bartholomäberg gegründet. Es hieß zunächst Zalans/Tschalanz und übernahm erst später den Namen der Kapelle, die im 14 Jh. entstand und auch bereits einen eigenen Kaplan aufweisen konnte. Vom Rätikon bis zum Arlberg durchzieht sich ein Band an Gipsvorkommen, der in St. Anton bis Ende des 20. Jh. auch abgebaut wurde, bis die Bewilligung schließlich nach einem Erdrutsch versagt wurde. Bürgermeister ist seit 2015 Raimund Schuler.

Vandans (ausgesprochen mit F, wie das im Montafon typisch ist, nicht mit W) mit ca. 2600 Einwohnern ist eine der größeren (Wohn-)Gemeinden im Montafon. Bürgermeister ist Burkhard Wachter.

Die mittelalterliche Burgruine Valkastiel (auch Valcastiel) wurde lange als Schloss Montafon bezeichnet, heute gilt jedoch als gesichert, dass Schloss Montafon eine mittelalterliche Herrschaftsbezeichnung war. Über die Geschichte dieser äußert exponiert gelegenen und nur über einen Klettersteig zugänglichen Ruine ist nicht viel bekannt, es ranken sich einige Geschichten und Sagen um diese Ruine, u.a. auch vom Vandanser Heimatschriftsteller Alois Schoder. Die mittelalterlichen Reste der Burg bestehen aus zwei Anlagen: Einem kapellenartigen Gebäude und Fundamentreste eines Turmes.

Titelbild: Kirche St. Anton im Montafon (Fotos: Manfred Schlatter)
Vandans: D’s Manga Hüsli
Der Sagenweg Vandans bietet in 14 Stationen Einblicke in die ­Mythen- und Sagenwelt des Montafon und führt vom Zentrum von Vandans bis St. Anton in einem Rundweg wieder zurück. Zwei Wasserfälle, die als Wanderer erreichbar sind (25 Minuten) und ein schöner Klettersteig finden sich oberhalb von St. Anton. Der Klettersteig (2 Stunden) startet beim Aussichtspunkt und ist für fortgeschrittene Kletterer geeignet. Die Wasserfälle sowie der sensationelle Ausblick lohnen die Mühen auf jeden Fall!

Empfehlenswert ist das über 20 Jahre bestehende Restaurant Zwickmühle in Vandans mit lokalen Produkten und gutem Essen sowie das Hotel Adler in St. Anton, in dem man auch als Nicht-Übernachtungsgast hervorragend essen und im Übrigen auch tageswellnessen kann. In Vandans empfiehlt sich auch die Bäckerei Konditorei Cafe Greber zu einer Pause bei gutem Kuchen. Vandans bietet im Ortszentrum einen Sparmarkt, eine Gärtnerei, sowohl eine Bank- als auch eine Poststelle und Sportgeschäfte. Im Sommer laden Tennisplatz, Fußballplatz und ein Schwimmbad Gäste und Einheimische zum Besuch ein. In St. Anton empfehlen wir eine Besuch beim Biohof Gavadura, die beiden engagierten Eheleute Alexandra und Herbert Battlogg bieten Bio-Freiland-Eier von bis zu 300 Hühnern, Ländle-Bio-Rindfleisch vom Original Montafoner Braunvieh, prämierte Edelbrände mit Verkostung und weitere Köstlichkeiten wie Nudeln, Liköre, Marmeladen, Sirup etc. an, außerdem Kindergarten und Schule am Bauernhof.

Beide Gemeinden litten immer wieder unter dem Hochwasser der Ill und unter Vermurungen. Um die Jahrhundertwende organisierten findige Gastronomen sogar Bootsfahrten auf der Ill, als diese durch einen Erdrutsch auf natürliche Weise vorübergehend zu einem See aufgestaut wurde.

Alte Kirche in Vandans
Obwohl erschließungstechnisch den Nachbarn im Brandnertal zugeordnet, gehört das Gebiet über den auf rund 2000m Höhe liegenden Lünersee hinaus bis zum höchsten Berg im Rätikon, der Schesaplana (2965 m), zur Gemarkung Vandans und somit politisch zum Montafon. Der Lünersee gilt mit seinen traumhaften Farben als das Juwel des Rätikon und einer der schönsten Bergseen der Alpen. Er kann sowohl vom Montafon (z.B. über den Golm oder das Rellstal) erwandert, als auch mit der Lünerseebahn aus dem Brandnertal erreicht werden. Er ist ein riesiger Wasserspeicher (76 Millionen m³) für das Lünerseekraftwerk in Latschau (Tschagguns), auch hier kann das Wasser wieder hochgepumpt werden, um elektrische Energie zu speichern. Der Lünersee ist ein aufgestauter Natursee. Bevor die Staumauer des Lünersees in den 20er Jahren des 20. Jh. gebaut wurde, war er der größte natürliche Hochalpensee der Ostalpen mit einem unterirdischen Abfluss. Das Wasser des Lünersees kam einige hundert Meter weiter unten in den Wänden Richtung Lünerseebahn wieder hervor und stürzte als Wasserfall zu Tal. Dieser unterirdische Abfluss wurde mit dem Bau des Speichers aufwendig abgedichtet. Mit dem Bau des Lünersee Speichers wurde der See durch einen Stollen entleert und man fand damals am Seegrund Geweihe und Knochen von vorgeschichtlichen Rothirschen.

Neben der traditionellen Bahnfahrt aus dem Brandnertal zur Douglashütte und Umrundung des Lünersees empfiehlt sich eine Wanderung (ca. 1-1,5h) zur beliebten und gut ausgestatteten Totalphütte oder von dort sogar weiter zur Schesaplana. Auch die Überquerung über die Lünerkrinne ins Rellstal ist möglich. Wanderungen vom Lünersee oder vom Golm zur sehr beliebten Heinrich Hueter-Hütte und zur Alpe Lün sind sehr empfehlenswert. Möglich ist auch ein Rundweg von der Hueter-Hütte übers Saulajoch(Trittsicherheit erforderlich!) an den Lünersee und zurück über Lünerkrinne und Alpe Lün zur Hueter-Hütte. Für fortgeschrittene Klettersteigler sei die Variante über den Saulakopf mit Saulakopfklettersteig empfohlen, der einiges an Kondition und Kraft voraussetzt. Von der Heinrich-Hueter-Hütte sind weitere (Rund-)Touren wie die Runde um die Zimba (Klettersteig) möglich.

Das Rellstal ist eines der schönsten Natur- und Pflanzenschutzgebiete Vorarlbergs. Dieses Hochtal auf ca. 1500 m ist ringsum mit Alpen umgeben, auf denen im Sommer einige hundert Kälber, Kühe und Rinder weiden. Erreichbar ist das Rellstal auch von Vandans, dann empfiehlt sich allerdings der Wanderbus oder ein E-Bike, denn der Weg hinunter nach oder herauf von Vandans über den Fahrweg und vorbei am neuen Rellstalkraftwerk ist wenig erbaulich und kostet doch einiges an Zeit.