Von Dr. Andreas Brugger, Archivar im Montafon Archiv, Montafoner Museen.
Die Anfänge vor dem Ersten Weltkrieg

Das Montafon ohne Skilauf wäre wie der Wiener Prater ohne Riesenrad. Man kann sich das Montafon ohne den weißen Sport einfach nicht vorstellen. Begonnen hat alles vor über 100 Jahren… Bereits in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts gab es im Montafon einige Wintersportbegeisterte, die rodelten und vereinzelt schon auf Skiern unterwegs waren. So kam es, dass am 15. Dezember 1906 im Hotel Stern in Schruns der erste Wintersportclub des Tales gegründet und Josef Fitsch zum ersten Obmann gewählt wurde. Der Tschaggunser Club wurde zwei Monate später am 17. Februar 1907 im alten Gasthaus Sulzfluh aus der Taufe gehoben. Hier war Löwenwirt Josef Butzerin der erste Obmann.

Anfangs spielte vor allem das Rodeln eine wichtige Rolle und obwohl die Einführung des Skisports laut den Aufzeichnungen im Gründungsprotokoll des Schrunser Clubs „gar mancherseits belacht“ wurde, fand der weiße Sport schon bald mehr Anhänger und bereits 1910 wurden auf der Strecke Golmer Joch – Tschagguns die ersten Vorarlberger Landesmeisterschaften im alpinen Abfahrtslauf durchgeführt.

Im Zuge dieser Meisterschaften gab es auch ein Schauspringen, für welches die Teilnehmer selbst aus Schnee eine kleine Schanze bauten. Zwei Jahre später gab es erste Bestrebungen, die Clubs von Schruns und Tschagguns zu vereinen. Es sollte vor dem Ersten Weltkrieg jedoch noch nicht dazu kommen und die Vereine mussten ihre Aktivitäten einstellen.

Ein erster Boom in der Zwischenkriegszeit

In der Zwischenkriegszeit erlebte der Skisport im Montafon seine erste Blüte. Die Vereine in Schruns und Tschagguns wurden wieder gegründet und weiters kam es in Gaschurn (1919), Partenen (1927), Gargellen (1929), St. Gallenkirch (1931) und Vandans (1933) zu Neugründungen von Wintersportvereinen und Skiclubs. Während es vor dem Ersten Weltkrieg noch das Rodeln war, das die Massen begeisterte, so entwickelte sich in der Zwischenkriegszeit der Skisport zur beliebtesten Wintersportart und lockte in den Wintersaisonen 1924/25 und 1925/26 unter anderem auch den amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway ins Montafon. Obwohl es im ganzen Tal noch keinen einzigen Skilift gab, wurden überall Abfahrtsläufe durchgeführt, wie etwa der Silvrettalauf in Partenen, der Versettlalauf in Gaschurn oder der Kapelllauf auf dem Schrunser Hochjoch.

Veranstaltungshighlight waren sicherlich die Vorarlberger Landesmeisterschaften von 1933, die schon wesentlich größer waren als jene von 1910. Die Vereine von Schruns, Tschagguns und Partenen halfen zusammen, um Bewerbe im Abfahrtslauf, im Langlauf, im Sprunglauf sowie im Militär- und Zollwachepatrouillenlauf durchzuführen. In Tschagguns entstanden in den 1930er Jahren mit der Rhätikon- und der Zelfenschanze zwei Skisprungschanzen, die im Montafon die Ära des Sprunglaufs einläuteten. Auf der 1931 errichteten Rhätikonschanze auf Latschau lag der Schanzenrekord immerhin schon bei beachtlichen 47 Metern. 1938 wurde schließlich die von Ingenieur August Ohneberg geplante Zelfen-Großschanze eröffnet, auf welcher der legendäre Bubi Bradl mit 80 Metern Schanzenrekord aufstellte. Kurze Zeit später sollte der Zweite Weltkrieg die hoffnungsvolle Entwicklung des Montafoner Skilaufs ähnlich jäh unterbrechen wie der vorangegangene Krieg.

Ein intensiver Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Wintersportverein Tschagguns erholte sich unter Obmann Edwin Hartmann am schnellsten vom Krieg und veranstaltete bereits Anfang 1946 die Vorarlberger Landesskimeisterschaften. Diese waren ein großer Erfolg und deshalb betraute der ÖSV den Verein mit der Durchführung der ersten Österreichischen Nachkriegsmeisterschaften alpin und nordisch im Jahre 1947, die unter der Mithilfe des Schrunser Vereins veranstaltet wurden. Im Vorfeld der Meisterschaften konnte dank des Tschaggunser Adler-Wirts Rober Plankl der Sessellift Grabs errichtet worden, welcher der erste Sessellift Vorarlbergs und der zweite und damals längste von ganz Österreich war. Dass der Lift anfangs noch nicht problemlos lief, bewies ein Bericht über die Meisterschaften in der Sportzeitschrift „Wiener Sport in Bild und Wort“ vom 1. März 1947, in dem wie folgt auf den Sessellift eingegangen wurde:

„Für Erhöhung der Spannung sorgten noch zwei tüchtige Tschaggunser Wirte, die in Hast und Eile einen Skilift auf Grabs hinauf gebaut hatten. Seine Eröffnung fiel mit dem Beginn der Rennen zusammen. Zum Unterschied zu den Rennläufern ist der gute Skilift (ein Schwebelift) aber noch völlig untrainiert und bekommt alle Augenblicke asthmatische Anwandlungen. Wer Pech hat, hängt dann hilflos sechs, sieben Meter hoch in der Luft und wartet fluchend und frierend, bis die ‚Kinderkrankheit’, wie die Wirte entschuldigend lächelnd sagen, behoben ist. Dieser Lift brachte nun unsere Skiläufer hinauf zum Start. Nicht alle zwar, denn die Mißtrauischen gingen lieber zu Fuß.“

Für die Durchführung der Meisterschaften musste zudem eine Kombinationsschanze errichtet werden, welche wiederum von Ing. Ohneberg geplant und folglich ihm zu Ehren Ingenieur-Ohneberg-Schanze genannt wurde. Legendär war ein Nachtspringen, das erste dieser Art in Österreich, welches im Rahmen dieser Meisterschaften auf der Kombinationsschanze durchgeführt wurde.

Im Bild (2.v.l.): Ernest Hemingway. (Foto: Landesverband für Fremdenverkehr)
Schrunser Rodelgruppe vor dem Ersten Weltkrieg. (Foto: WSV Schruns)
Plakat aus dem Jahr 1953. (Foto: Andreas Brugger)
SBX-Rennen im Montafon. (Foto: Montafon Tourismus)
Plakat Weltcup 1992. (Foto: SC Montafon)

Vereinschronist Jakob Brugger wusste noch eine interessante Anekdote zu den Meisterschaften zu berichten. Damals musste man im Gasthaus neben Geld auch Lebensmittelmarken abgeben und da vor allem letztere oft knapp waren, war jeder froh, „unter der Hand“ noch Lebensmittel ohne Marken zu bekommen. Auch die Meisterschaftsveranstalter waren darum bemüht, die Skifahrer bestmöglich zu verköstigen. Deshalb hatte Karl Risch vom Verband Vorarlberger Skiläufer eine Idee, die von Jakob Brugger sehr amüsant beschrieben wurde. Risch wollte nämlich „auf dem damals so berühmten und auch berüchtigten ‚Schwarzen Markt’ zusätzlich Fleisch einkaufen […]. Es gab da Leute, die uns verschiedene ‚Mangelwaren’ verschaffen konnten. Mit so einem ‚Unternehmer’ man nannte sie auch ‚Schwarzhändler’ trat man dann in Verbindung und dieser brachte uns nach Einbruch der Dunkelheit die gewünschten Mengen Rindfleisch an eine bestimmte Stelle, wo sie von den Gastwirten abgeholt werden konnten. Der Preis, den wir vorerst dafür bezahlen mußten, war nicht einmal übermäßig hoch. Dafür konnten die Portionen in den Gasthöfen, wo die Rennläufer und Funktionäre aßen, sehr reichlich, fast friedensmäßig wie heute ausgegeben werden. Der Mann welcher die Verteilung dieser Fleischmengen unter sich hatte, war der Zahlmeister der Sparkassa Tschagguns, der leider nicht mehr lebt. Das sprach sich bald herum und wir bekamen oder besser gesagt: begründeten den Ruf vom ‚Goldenen Westen’. Die Sache flog dann dummerweise auf und der Schwarzhändler und der Verteiler kamen für kurze Zeit in Untersuchungshaft. Man sagt da so schön, ‚Es wird nie so heiß gegessen, wie man kocht.’ Das war auch hier der Fall und die ganze Sache fiel dem Vergessen anheim.“

Durch die Organisation dieser Meisterschaften wurde den Vereinsfunktionären klar, dass überregionale Veranstaltungen mit geeinten Kräften besser bewältigt werden können. Ein Talschaftsverband, wie der Skiclub Montafon, eignete sich dafür optimal.

Die Anfänge des Skiclub Montafon und die Internationalen 2-Pisten-Rennen

Die Initiative zur Gründung des SC Montafon ging von Dozent Dr. Edwin Albrich aus Schruns aus, der ohne Zweifel als Gründungsvater bezeichnet werden kann. Schließlich leitete er am 27. November 1949 auch die Gründungsversammlung im Hotel Löwen in Schruns, an deren Ende die Vereine von Schruns, Tschagguns, Vandans, St. Gallenkirch und Gargellen dem neu geschaffenen Talschaftsverband beitraten. Im Laufe der nächsten zwei Winter traten auch noch die Skiclubs von Gaschurn und Partenen bei und in den 1960er Jahren wurde der SC Montafon durch die Wintersportvereine von Silbertal und Bartholomäberg komplettiert und besteht seitdem aus neun Ortsvereinen. Dozent Dr. Richard Beitl formulierte die Verbandsziele bei der Gründung wie folgt:

„Durch kameradschaftliche und großzügige Zusammenarbeit sollen die vorhandenen Verkehrseinrichtungen und Beherbergungsbetriebe, die Sporteinrichtungen u. Bergbahnen, vor allem aber die Sportvereine mit ihren fördernden und aktiven Mitgliedern selbst modernisiert, ausgebaut und zweckmäßig eingesetzt werden.“

Unter den Obmännern Edwin Hartmann und DI Karl Ludwig Jäger legte der SC Montafon einen guten Start hin. Bereits 1951 fanden erstmals die Internationalen 2-Pisten-Rennen statt. Dabei handelte es sich um eine alpine Herren- und Damenkombination aus zwei Abfahrten (der Kapellabfahrt vom Hochjoch nach Schruns und der Hartmann-Abfahrt von Grabs nach Tschagguns). Mit Luise Jaretz gab es bei den Damen sogar eine Montafoner Siegerin. 1952 fanden die Rennen unter der Schirmherrschaft des neuen Obmanns Dozent Edwin Albrich ein weiteres Mal statt. 1953 musste es witterungsbedingt abgesagt werden. Im Lawinenwinter 1954 waren mit Stein Eriksen (Norwegen), Henri Oreiller (Frankreich) und Othmar Schneider (Österreich / Arlberg) gleich drei Olympiasieger am Start. Ein weiteres Highlight waren die Österreichischen Meisterschaften 1957, bei denen Toni Sailer der unumstrittene Star war. Leider nicht geklappt hatte es mit der Bewerbung für die alpinen und nordischen Weltmeisterschaften 1958.

Ende der 1950er Jahre begann in Gaschurn auch eine erfolgreiche Langlaufära. Dank des großen Engagements des nordischen Sportwarts Dimitri Böttiger konnten Bertl Maurer, Sepp Horntrich und Willi Fabry in den 1960er Jahren mehrere österreichische Meistertitel im Langlauf gewinnen. Insgesamt errangen Gaschurner Langläuferinnen und Langläufer bis 1977 zehn nationale Titel.

Die Ära der Goldschlüsselrennen

Anfang der 1960er Jahre machten es sich die Funktionäre des SC Montafon zum Ziel, regelmäßig internationale Rennen im Montafon durchzuführen. Die Pläne konnten erfolgreich umgesetzt werden und so wurden 1963 erstmals die Montafoner Goldschlüsselrennen veranstaltet. Von nun an kam es alle zwei Jahre zu einem Kräftemessen der Elite des alpinen Damenskizirkus im Montafon (zuerst auf Grabs, später am Hochjoch und schließlich auf Golm). 1963 gab es durch Erika Netzer aus St. Gallenkirch den ersten und zugleich letzten Montafoner Heimsieg. In den späteren Jahren trugen sich so prominente Namen wie Annemarie Moser-Pröll (Österreich), Rosi Mittermaier (Deutschland) und Hanni Wenzel (Liechtenstein) gleich mehrfach in die Siegerlisten ein. Aus heimischer Sicht konnte Ingrid Gfölner aus Vandans einen zweiten und einen dritten Platz erringen.

Sessellift Grabs. (Foto: Montafon Archiv)
Lukas Mathies und Markus Schairer. (Foto: Helmut Marent)
Diese Rennen waren für die Wintersportregion Montafon von höchstem Werbewert. 1983 sollte es jedoch zu einem handfesten Skandal mit weit reichenden Folgen kommen. In jenem Jahr spielte das Wetter verrückt und am Tag des Abfahrtslaufs waren die Berge nach einer Nacht mit massiven Schneefällen bis ins Tal herunter wolkenverhangen. Dies hatte zur Folge, dass sich nur die Teams von Österreich und Liechtenstein am Start einfanden, während alle anderen bereits abgereist waren. Fernsehbilder bewiesen, dass das Rennen bei besten Bedingungen, ja sogar bei Sonnenschein, stattfinden hätte können.

Der Ärger und vor allem auch der finanzielle Schaden durch diese eigenmächtige Rennabsage der Trainer waren sehr groß. So entschieden sich die Verantwortlichen aus Politik und Fremdenverkehr trotz massiver Proteste des Skiclubs dazu, keine Damen-Weltcuprennen mehr zu veranstalten. Die große Ära der Montafoner Goldschlüsselrennen ging somit bedauerlicherweise zu Ende.

Abwechslungsreiche Jahre bis zur Jahrtausendwende

Nachdem der Damenweltcup für so viel Ärger gesorgt hatte, wurde von Politik und Wirtschaft nun ein langfristiger Umstieg auf den Herrenweltcup angestrebt, der vom Skiclub Montafon umgesetzt werden sollte. Deshalb fanden Ende März 1985 auf dem Golm ein Herren-FIS-Super G und im Jänner 1987 schließlich zwei Europacup-Super Gs statt. Damit waren die wesentlichen Voraussetzungen für die Durchführung von Herren-Weltcuprennen gegeben. Es sollte sich jedoch bereits im Winter 1987/88 herausstellen, dass es in absehbarer Zeit für das Montafon keinen Herren-Weltcuptermin geben würde. Deshalb wurde wieder auf den Damenweltcup umgesattelt und schließlich gelang es dem langjährigen Skiclub-Obmann Dr. Hermann Sander im Winter 1991/92, wieder Damenrennen auf Europacup- und Weltcupebene im Montafon zur Austragung zu bringen. So kam es, dass im Jänner 1992 die Montafoner Kombinations-Olympiasiegerin Anita Wachter auf der nach ihr benannten Anita Wachter-Weltcupstrecke auf dem Golm an den Start gehen konnte und in der Kombination den fünften Rang erreichte.

Dies war jedoch leider das bis dato letzte alpine Weltcuprennen im Montafon. Abseits des alpinen Skisports war der Skiclub Montafon fortan sehr aktiv. So fanden in Gaschurn nicht nur die Österreichischen Meisterschaften im Figln statt, 1997 wurden sogar die Europameisterschaften ausgetragen. Zudem brachte das Montafon auch einige Weltklasse-Figler hervor. Ignaz Ganahl aus St. Gallenkirch, der drei Mal Weltmeister und 15 Mal Europameister wurde, und die Geschwister Sonja und Corinna Mangeng aus Tschagguns, die ebenfalls mehrere Titel und Medaillen auf internationaler Ebene erringen konnten, seien hierbei nur als drei Beispiele genannt. Auch im Snowboardbereich wurden die Weichen bereits Ende des 20. Jahrhunderts gestellt. 1995 fanden in Partenen die ersten VVS-Snowboard-Landesmeisterschaften statt und in Gaschurn wurden 1998 FIS-Snowboardrennen und ein Jahr später die Österreichischen Snowboardmeisterschaften durchgeführt.

Neue Schwerpunkte und die EYOF 2015 als Veranstaltungshighlight

Seit dem Winter 2012/13 werden am Hochjoch jährlich Snowboard-Weltcuprennen für Damen, Herren und im Teambewerb in der Disziplin Snowboardcross (SBX) durchgeführt, lediglich 2014/15 wurden witterungsbedingt zwei Parallelslaloms (PS) durchgeführt. Erfreulich waren bei den Crossbewerben die Heimsiege von Markus Schairer und Alessandro Hämmerle. Seit dem Winter 2015/16 werden am Hochjoch zudem auch noch Weltcupbewerbe der Skicrosser durchgeführt, wobei es in dieser Disziplin bisher noch kein Montafoner an die Weltspitze geschafft hat.

EYOF-Eröffnung. (Foto: EYOF 2015)
Nachtspringen 1947. (Foto: Wolf)
2010 tagte die Generalversammlung des Europäischen Olympischen Komitees (EOC) in Belgrad und vergab das Winterfestival der EYOF 2015 an Vorarlberg und das Fürstentum Liechtenstein (FL). Dieses „European Youth Olympic Festival“ (EYOF), zu Deutsch „Europäisches Olympisches Jugendfestival“ ist eine Art kontinentale Jugendolympiade, die im Zwei-Jahres-Rhythmus im Sommer und im Winter durchgeführt wird. Die Vergabe dieser olympischen Winterbewerbe war für Vorarlberg und das benachbarte Fürstentum einerseits eine große Ehre, andererseits war sie auch mit hohen Kosten und teils aufwändigen Baumaßnahmen verbunden. Eklatantester Mangel war sicherlich das Fehlen von Skisprungschanzen, da der Sprunglauf im Montafon in den 1950er und 1960er Jahren zum Erliegen gekommen war. Nachdem die Vorarlberger Landesregierung und der Landtag 2012 Beschlüsse zum Bau eines Schanzenzentrums in der Zelfen in Tschagguns gefasst hatten, konnten im Juni 2014 die ersten Mattenschanzen Vorarlbergs (in den Größen Hillsize (HS) 108 m, HS 66 m, HS 40 m und HS 22 m) mit einem Lift, einem Sprungrichterturm und einem Funktionsgebäude mit einem Café eröffnet werden. Seit der Eröffnung fanden dort schon zahlreiche nationale und internationale Bewerbe statt.

Vom 25. bis zum 30. Jänner 2015 maßen sich bei der EYOF 2015 Jugendliche der Geburtenjahrgänge 1997 und 1998 aus 50 europäischen Nationen in den Disziplinen Ski alpin, Biathlon, Langlauf, Eiskunstlauf, Eishockey, Nordische Kombination, Skisprung und Snowboard. Offizielle „Host City“ war Schruns/Tschagguns. Während die Eröffnungszeremonie, bei der das Olympische Feuer entzündet wurde, im Schanzenzentrum stattfand, wurden die Medaillen am „Medal Plaza“, am Kirchplatz in Schruns, überreicht. Das Highlight aus Montafoner Sicht war sicherlich der Bartholomäberger Pascal Fritz, der im Riesentorlauf und im Mixed Team Bewerb jeweils die Goldmedaille erringen konnte.

Montafons erfolgreichste Wintersportler

Die nun folgenden Tabellen listen die größten internationalen Erfolge von Montafoner Sportlerinnen und Sportlern bei Weltcuprennen, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen im alpinen Skilauf und bei den Snowboardern auf. Den Anfang machen die alpinen Skiläuferinnen und Skiläufer.

Die junge Annemarie Pröll im Montafon. (Foto: WSV Tschagguns)
Weltcupwertungen und inoffizielle Weltrangliste vor 1967
Name Ortsverein Wertungsart Rang / Disziplin Jahr
Netzer, Erika WSV St. Gallenkirch inoffizielle Weltrangliste 1.
3.
1959
1961
Wachter, Anita WSV Tschagguns Gesamtweltcup
Disziplinensiege
1.
2.
3.
1. (RTL)
1. (Kombi)
1993
1990
1988 u. 1996
1990 u. 1994
1990, 1993 u. 1996

 

Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen

Name Ortsverein Olympia / WM Rang / Disziplin Ort / Jahr
Bleiner, Werner WSV Tschagguns WM 2. (RTL) Gröden (ITA) 1970
Netzer, Erika WSV St. Gallenkirch WM 2. (RTL)
3. (Torlauf u. Kombi)
Chamonix (FRA) 1962
Chamonix (FRA) 1962
Salzgeber, Rainer WSV Tschagguns WM 2. (RTL) Morioka (JAP) 1993
Wachter, Anita WSV Tschagguns Olympia
WM
1. (Kombi)
2. (Kombi)
3. (RTL)
3. (Super G)
2. (RTL)
3. (Kombi)
2. (Kombi)
3. (RTL)
Calgary (CAN) 1988
Albertville (FRA) 1992
Albertville (FRA) 1992
Saalbach-Hinterglemm (AUT) 1991
Morioka-Shizukuishi (JAP) 1993
Morioka-Shizukuishi (JAP) 1993
Sierra Nevada (ESP) 1996
Vail-Beaver Creek (USA) 1999

 

Alpine Weltcupsiege und Siege bei FIS-Rennen vor der Weltcupführung 1967

Name Ortsverein Rennart Siege u. Podestplätze
Bleiner, Werner WSV Tschagguns FIS-Rennen
WC-Rennen
5 Siege (davon 2 vor 1967)
9 x Zweiter (davon 4 x vor 1967)
9 x Dritter (davon 3 x vor 1967)
2 Siege
2 x Zweiter
3 x Dritter
Jaretz, Luise WSV Tschagguns u. WSV Schruns FIS-Rennen 22 Siege
7 x Zweite
8 x Dritte
Netzer, Erika WSV St. Gallenkirch FIS-Rennen 23 Siege
14 x Zweite
13 x Dritte
Orlainsky, Christian WSV Tschagguns FIS-/WC-Rennen 1 Sieg
3 x Zweiter
4 x Dritter
Wachter, Anita WSV Tschagguns WC-Rennen 19 Siege
32 x Zweite
23 x Dritte

Weitere Podestplätze im Alpinen Weltcup und bei FIS-Rennen vor 1967

Name Ortsverein Rennart Podestplätze
Berthold, Mathias SC Gargellen WC-Rennen 1 x Zweiter
Both, Hermine WSV Schruns FIS-Rennen 1 x Dritte
Gfölner, Ingrid WSV Vandans WC-Rennen 3 x Zweite
2 x Dritte
Salzgeber, Rainer WSV Tschagguns WC-Rennen 2 x Zweiter
4 x Dritter
Stocker, Anni WSV St. Gallenkirch FIS-Rennen 5 Siege bei FIS-B-Rennen
Tschofen, Sepp SC Partenen FIS-Rennen 1 x Dritter

 

Die Montafoner Snowboarder konnten folgende Erfolge in den Disziplinen SBX sowie in Parallelslalom (PSL) und Parallelriesentorlauf (PGS) erringen:

Event Jahr Name Disziplin Platzierung
Junioren-WM 2005 Markus Schairer SBX 2. Rang
2008 Lukas Mathies PGS 2. Rang
2009 Michael Hämmerle SBX 2. Rang
2011 Lukas Mathies PSL 1. Rang
2011 Lukas Mathies PGS 2. Rang
WM 2009 Markus Schairer SBX 1. Rang
2013 Markus Schairer SBX 2. Rang
Disziplinen-WC 2008/09 Markus Schairer SBX-WC 1. Rang
2013/14 Lukas Mathies Parallel-WC 1. Rang
2013/14 Lukas Mathies PGS-WC 1. Rang
2015/16 Alessandro Hämmerle SBX-WC 2. Rang

 

Zudem konnten bis Anfang Februar 2018 folgende Sportler beachtliche neun Einzelsiege und 30 Podestplätze bei Weltcuprennen erringen:

Name Disziplin Siege 2. Rang 3. Rang Podest
Hämmerle, Alessandro SBX 4 x 2 x 6 x 12 x
Mathies, Lukas Parallel 1 x 3 x 2 x 6 x
Schairer, Markus SBX 4 x 6 x 2 x 12 x
Gesamt übergreifend 9 x 11 x 10 x 30 x

Ausblick

Auch ohne alpine Weltcuprennen hat sich im Montafon im Bereich Wintersport in den letzten Jahren sehr viel getan. Das größte und teuerste Projekt war die Errichtung des Schanzenzentrums und das Veranstaltungshighlight war ohne Zweifel die EYOF. Aber auch die wiederkehrenden Weltcuprennen der Snowboarder und Skicrosser dürfen bezüglich ihrer Bedeutung und Nachhaltigkeit nicht unterschätzt werden. Es wird also spannend bleiben und auch in den nächsten Jahren ohne Zweifel weiterhin interessante Veranstaltungen zum Mitfiebern und auch sportliche Erfolge zum Mitfeiern geben.

 

Weiterführende Literatur

Der Verfasser hat zahlreiche deutsch- und englischsprachige Publikationen zum Thema Skigeschichte verfasst und hält dazu im In- und Ausland Vorträge. Die folgenden beiden Werke waren die Basis für diesen Text:

Brugger, Andreas: Vom Pioniergeist vom Massensport – 100 Jahre Skisport im Montafon. Schruns 2006 (Sonderband 3 zur Montafoner Schriftenreihe) (= publizierte Diplomarbeit).

Brugger, Andreas: „Wintersport im Montafon – Ein Rückblick auf die letzten zehn Jahre anlässlich des 110-Jahr-Jubiläums der ältesten Wintersportvereine“. In: Michael Kasper (Hg.): Jahresbericht 2016 der Montafoner Museen, des Heimatschutzvereins Montafon und des Montafon Archivs. Schruns 2017. S. 100-104.