Alle Montafonliebhaber wissen das: Das Leben in den Bergen ist vor allem von der spürbaren Nähe zur Natur geprägt – umgeben von einer friedlichen Ruhe kann man sich bestens erholen. Straßenlärm und Hektik wie in der Stadt gibt es hier praktisch nicht. Stattdessen warten Montafoner Häuser, Ferienwohungen, Hotels und die Montafoner Kulturlandschaft, die uns als Sehnsuchtsorte glücklich machen. Kein Wunder also, dass wir so gerne auf die Dächer der Welt steigen, dort urlauben und sogar wohnen. 

Der Architekt Wolfram Putz hat seinen Kollegen und Kolleginnen über die Schulter geschaut und mit seiner österreichischen Frau, der Dokumentarfilmerin Maria Seifert sowie dem Herausgeber und Designer Peter Feierabend die unterschiedlichsten individuellen Domizile für dieses Buch ausgewählt: Egal, ob hochmodern und renoviert, jahrzehntealt und ursprünglich, groß und luxuriös oder klein und einfach – jedes der im Buch vorgestellten Häuser ist der ideale Anlaufpunkt für Bergliebhaber, um sich dauerhaft oder für eine kurze Verschnaufpause zwischendurch „einzunisten“. Auffällig ist, dass Holz das meistverwendete Bauermaterial ist bei diesen Häusern.

Dieses Buch umfasst auf knapp 200 Seiten mit rund 150 Farbfotos Bauwerke, die sich in besonderer Weise mit ihrem Standort auseinandersetzen. Fast alle Bauten und Ensembles stehen an exponierten Orten, in Alleinlage, hoch über den Tälern, dem Alltag, dem Lärm und der Enge, mit dem weiten Blick in die Berge. Oft führt der Wunsch, die Aussicht zu optimieren und den konstruktiven Herausforderungen des Standorts gerecht zu werden, zu spektakulären Lösungen. In diesem Buch erfahren wir einiges über die Hintergründe der verschiedenen Siedlungs- und Wirtschaftsformen im Alpenraum und lernen die Menschen kennen, die in den Alpen leben und arbeiten und sich ihnen auf ihre eigene Weise verschrieben haben. 

Die Erhabenheit und der Formenreichtum der Berglandschaften beflügeln die Fantasie, während das Klima und die Topografie entschiedene Lösungen fordern. Das Dilemma von Naturgenuss und Naturverbrauch bleibt: Jedes Bauwerk mit phänomenalem Ausblick wird auch von Weitem gesehen, prägt die Landschaft und nimmt sich ein Stück Natur. Die Beispiele in diesem Buch zeigen, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit den Kulturlandschaften des Alpenraums aussehen kann. Sie können dazu beitragen, dass die Bewohner wie ihre Gäste ihre Vorstellungen überdenken und zu neuen Einsichten gelangen – weg von Gestaltlosigkeit, Flächenfraß und sinnlosem Ressourcenverbrauch und hin zum Verständnis für eine besondere Architektur an einem außergewöhnlichen Ort inmitten der grandiosen Naturschönheit der Bergwelt. 

Das Buch ist darum auch für den Montafonliebhaber eine Empfehlung. Denn auch wir sollten weg vom Flächenfraß und den gesichtslosen Allerweltsbetonhäusern hin zu einer aktiven Weiterentwicklung unseres Tals und dessen Architektur. Wir müssen nicht „IN“ sein und den Architektentrends dieser Welt hinterherrennen. Das Montafon hat eine eigene, starke Geschichte, welche Materialien und Baustiele das Tal seit Jahrhunderten einzigartig machen. Das schätzen Gäste wie Einheimische und auf diese Tradition sollten wir uns besinnen. Das Schmökern in diesem Buch erleichtert die Vorstellung, wo es hin gehen könnte. Nicht die Asche der Tradition anbeten, das Feuer weitertragen, das ist die Maxime, auf welche wir uns im Montafon als Bauherren, Bürgermeister, Raumplaner etc. dringend konzentrieren sollten.

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ISBN: 978-3-96171-204-5

© Hohe Häuser – Vom Glück, in den Bergen zu Wohnen – Maria Seifert, Wolfram Putz, Peter Feierabend, erschienen bei teNeues, € 40, www.teneues.com