Interview mit Jürgen Ganahl, Sänger, Gitarrenspieler und Songwriter der Gruppe Krauthobel

Jürgen, Du bist der Leadsänger der über das Montafon hinaus bekannten Gruppe Krauthobel. Kannst Du uns was zur Geschichte der Band erzählen?

Unser Probelokal war die Tobelmühle, früher war das eine Krauthobelfabrik. Da der Krauthobel eng mit der Geschichte des Montafon verbunden ist, war immer klar, dass eine Band, so sie dann etwas mit Mundart macht, Krauthobel heißen soll. Der Name war also schon vorher da, damals hießen wir noch „Impression“ und haben englische Lieder gesungen. Die ersten Texte und Lieder auf montafonerisch waren eher aus Zufall und als Gaudi entstanden. Dann hat man uns aber mit diesen Liedern zu einem Konzert am Fußballplatz in Schruns überredet und das war derart erfolgreich, dass wir 1996/97 sofort unsere ersten beiden CDs produziert haben, die erste heißt: Di Beschta of d’r Wält.

Wer sind die anderen Mitglieder der Band? Wechseln diese?

Unsere Stammbesetzung sind neben mir schon immer Christoph Bitschnau und Bernd Schnetzer. Weitere Musiker oder Gastmusiker kommen bei Live-Konzerten und für spezielle Instrumente hinzu, wie z.B. die Flöte bei D‘Schöfer vom Garneratal.

Wie bist Du selbst zur Musik gekommen?

Als Kind musste ich Ziehharmonika lernen, wollte aber eigentlich immer Keyboard spielen, bin dann aber sehr schnell auf Gitarre umgestiegen und das ist seitdem meine große Leidenschaft. Ich kann auch keine meiner Gitarren wegwerfen, mit diesen verbinden mich immer Erinnerungen, darum hängen bei mir inzwischen über 70 Stück an der Wand.

Du wirst allgemein nur Jury genannt. Wie schreibt man das richtig und wo kommt das her?

Tschürrie hat man es mal geschrieben, das ist natürlich falsch, es heißt Jury, das ist mein Spitzname, seit ich denken kann.

Kannst Du ausschließlich von der Musik leben oder hast Du noch weitere Standbeine?

Ich bin Berufsmusiker und lebe davon. Allerdings trete ich nicht nur mit Krauthobel auf, sondern auch alleine, damit das funktioniert.

Ich bin ja ein Fan von Geliebtes Muntafu, von Dr Winter, von Dr Stehbock und natürlich von D’Schöfer vom Garneratal, letzteres idealerweise unterlegt mit dem Video von MontafonTV dazu. 😊 Welches ist Euer größter Hit und welcher Song gefällt Dir persönlich am besten?

Unser erfolgreichster Hit ist sicherlich Jugadjohr, vor allem, was den Erfolg live betrifft, aber auch die Downloadraten im Internet. Gerade auch die jungen Leute erreichen wir damit sehr gut. Ansonsten gefallen mir vor allem die ruhigeren und nachdenklicheren Sachen wie Dr Stehbock, Herbschtlob und Als wört anderscht.

Wer denkt sich neue Hits bei Euch aus und wo kommen die Ideen her?

Die Ideen für die Songs kommen meistens mitten aus dem Leben, Eindrücke aus dem Tal, aus Gesprächen oder aus Themen, die mich beschäftigen. Ideen für Texte und Songs hab ich mehr als genug, es ist immer die Frage, was man davon wie umsetzt. Die Texte schreibe ich allein und diese sind auch immer der Anfang von einem neuen Song. Erst dann kommt die Musik dazu, das ergibt sich meist aus dem Text, wobei man manchmal auch einfach einen Songschnispel im Kopf hat, der sich dann vervollständigt. Wichtig ist, dass die Texte Hand und Fuß haben, nur „Lalala“ ist nicht der Stil von Krauthobel.

Eure Konzerte im Sommer ofam Kilkaplatz in Schru (Kirchplatz Schruns) sind Legende. Wie lange macht Ihr das schon und warum gabs manchmal Pausen in der Reihe?

Seit 20 Jahren spielen wir regelmäßig in Schruns auf dem Kirchplatz, wenn es ausnahmsweise mal ausgefallen ist, hatte das genehmigungstechnische Gründe. Die Auflagen werden immer mehr und die Verantwortung für so eine Veranstaltung will auch niemand wirklich tragen.

Was bringt die Zukunft an Konzerten, Songs und neuen Platten von Krauthobel?

Am 14. August 2019 spielen wir wieder in Schruns, diesmal aber auf dem Hochjoch beim Kapellrestaurant. Das ist eine Kooperation mit der Silvretta Montafon, welche hier Veranstalter ist und uns das Thema abnimmt. Das Konzert wird unplugged sein, weil das in letzter Zeit sehr gut ankam. Ansonsten sind wir ständig am Ideen umsetzen. Aber es wird immer schwieriger mit der Musik auch Geld zu verdienen, denn die Produktion einer CD ist extrem teuer auf einem professionellen Niveau und die Downloads aus dem Internet lassen die CD-Verkäufe sinken. Wichtig sind für uns darum Radio und LIVE-Konzerte. Gerade als regionale Band ist es nicht so einfach, die kritische Masse zu erreichen. Aber dennoch sind wir positiv für unsere Musik und sind „alleg voll dra“…

DANKE, lieber Jury, für Deine Zeit und die spannenden Antworten und Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg als Musiker im Montafon, wir freuen uns schon auf die nächsten Konzerte!

 

Das Interview der Montafoner Fee mit Jury findet Ihr HIER