Ein Heuriger im Montafon? Beim Heurigen trinkt man jungen Wein, eben „heurigen“ Wein, Wein aus diesem Jahr. Das erinnert eher an Buschenschank, also ein Betrieb, in welchem der Gastwirt Wein und Bier aus eigener Produktion anbietet. Obwohl Heurige für Vorarlberg eher untypisch sind, man findet sie normalerweise in den Weinanbaugebieten Österreichs, ist die urige Mühle als Gasthaus so ausgerichtet. Die seit über 300 Jahren bestehende Mühle war früher im Montafon die Location für die Jugend, um am Abend wegzugehen, das, was heute z.B. (wieder) das Limo und die Höhle in St. Gallenkirch sind.

Die Mühle Heuriger präsentiert sich heute als urgemütliches Gasthaus, ein altes Montafoner Haus mit Flair und entsprechend rustikaler, aber liebevoller Einrichtung, das direkt an der Ill in Gaschurn liegt. Hier kann man im Sommer wunderbar draußen im Gastgarten (=Biergarten) unter den Bäumen sitzen und dem Rauschen der Ill zuhören. Selbstverständlich bietet die Mühle auch eine Auswahl an österreichischen Weinen an, aber auch Bier und Getränke wie jedes andere Gasthaus.

Die Speisekarte ist eher übersichtlich, wie sich das für einen Heurigen gehört, aber die Brettljause, das Wiener Schnitzel, Rindsgulasch und Schweinsbraten fehlen eben so wenig wie Salate und Forelle als Vorspeise. Das Essen wird in guter Qualität serviert, hier wird noch selbst und ohne Geschmacksverstärker gekocht, häufig mit Zutaten aus der Region. Der Service ist auffallend freundlich und aufmerksam, Getränke und Speisen werden umgehend serviert. Eine erfreuliche Ausnahme zu der sonst häufig schwierigen Personalsituation im Gastgewerbe und ein klares Zeichen dafür, dass die Wirtsleute hier mit Herzblut bei der Sache sind. Insgesamt also eine klare Empfehlung für eine Abwechslung im Speiseplan für das Montafon.

Bildergalerie:

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner