Die Muntafuner Fee schaut in die Zukunft

Wenn ich in meine Glaskugel blicke und eine sehr große Portion Optimismus dazugebe, sehe ich im Montafon 2030 folgendes:

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  • Nach langen Kämpfen und Verhandlungen ist es aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, der Vernunft einiger Beteiligten, die das Wohl des Tals über das eigene Macht- und Karrierestreben gestellt haben und einer Zwischenlösung über je eine Gemeinde in der Innerfratte und der Außerfratte gelungen, die Montafoner Gemeinden mit dem Stand Montafon zur Gemeinde Montafon zusammenzulegen. Damit können Entscheidungen für das Tal deutlich schneller getroffen werden, es werden weniger Gremien benötigt und viele früher nötige Abstimmungsrunden sind unnötig geworden.
  • Folgerichtig gibt es nur noch zwei große Bauhöfe, einen im Innermontafon und einen im Außermontafon. Es ist völlig sinnfrei, dass jede Gemeinde einen eigenen teuren Bau- und Recyclinghof unterhält. So ist der Betrieb deutlich günstiger und die Bürger profitieren von täglich langen Öffnungs- und Servicezeiten. Auf die Bauhöfe kann ALLER Müll gebracht werden, es gibt keine Straßensammlung mehr. Auch die „Containerdörfer“ für Müll sind abgeschafft. Wer seinen Müll nicht selbst zu  den Sammelstellen bringen kann, stellt einen Antrag bei der Gemeinde und diese erledigt das für kranke oder immobile Bürger. Dennoch sind dadurch große Beträge an Steuergeldern eingespart worden.
  • Daneben hat die Zusammenlegung auch erhebliche Auswirkungen auf die immensen Kosten der Feuerwehren im Tal. Neben der exzellent aufgestellten und ausgestatteten Hauptstelle im Schrunser Feld mit direkter Zufahrt sowohl in den Ort als auch an die Landesstraße gibt es noch eine Außenstelle im Bereich Gortipohl. Die Zentralstelle ist mit einer Aufklärungsdrohne ausgestattet, die bei Einsätzen die Vorabklärung auch in schwierigem Gelände ermöglicht. Der seit 5 Jahren im Einsatz befindliche Vorarlberger Feuerwehrhubschrauber ist im Walgau stationiert und wird bei entsprechenden Einsatzlagen gerade in schwierigem Gebiet zur Verstärkung eingebunden.
  • Die Bergbahnen haben endlich kapituliert und sich der immer erfolgreicheren Silvretta Montafon angeschlossen. Die Verbindungsbahn nach Gargellen hat die SiMo seit Jahren errichtet, ebenso den direkten Zubringer vom Silbertal/Kristbergbahn ans Hochjoch. Der Kristberg hat seine beiden alten Schlepplifte schon lange abgebaut und profitiert vom Trend zu Winterwandern, Schneeschuhwandern, Tourenski gehen etc. und hat sich dazu einen guten Ruf in der Zielgruppe geschaffen. Gargellen selbst hat erheblich von der Verbindungsbahn zu den Skigebieten im Prättigau/Schweiz profitiert, welche sich durch die Finanzkraft der SiMo hat realisieren lassen. Das Skigebiet Golm gibt es so nicht mehr, es ist zum reinen Winternatur- und Sommererlebnisraum mit angeschlossenem Naturpark weiterentwickelt worden, was bei Gästen und Einheimischen großen Anklang findet.
  • Die Gästetaxe und der mit ihr verbundene Aufwand ist endlich abgeschafft. Die Beträge sind auf den Tourismusbeitrag umgelegt. Damit werden die Gäste nicht mehr „pro Kopf“ besteuert, sondern nach Umsatz. Es ist den Gemeinden und dem Finanzamt auch endlich gelungen, den „Schwarzvermietern“ das Handwerk zu legen und so wieder Chancengleichheit für alle Vermieter herzustellen. Außerdem wird die Tourismusabgabe nicht mehr an den Sitz des Unternehmens geknüpft als Auslöser für die Abgabe, vielmehr werden die Rechnungen besteuert, welche als Empfänger einen Adressaten in einer Tourismusdestination wie dem Montafon ausweisen. Damit sind auch Tourismusprofiteure außerhalb des Tals der Abgabe unterworfen und einheimische Betriebe profitieren vom Wegfallen der Tourismusabgabe, wenn sie in nichttouristische Gebiete liefern.
  • Der Tourismusbeitrag fließt komplett in die Montafon Tourismus AG, an der alle touristisch im Tal engagierten Personen und Unternehmen Beteiligungen halten. Sie ist für Marketing und gästebezogene Infrastruktur verantwortlich. Sie unterhält auch die Kulturlandschaft, wo nötig und erteilt Landwirten einzelne Aufträge zum Erhalt bestimmter Bergmahdgebiete etc.
  • Außerdem wird aus dem Tourismusbeitrag auch die Montafon Brandnertal Prättigau Card finanziert, sie ermöglicht dem Übernachtungsgast die kostenfreie Nutzung der Infrastruktur der Täler (Schwimmbäder, Museen….). Für die Mobilitätsinfrastruktur wie Elektrotaxis und Liftanlagen gibt es Rabatte. Die Montafon Brandnertal Prättigau Card ist für beliebige Tage nach einem Punktesystem buchbar. Je mehr Punkte/Tage der Gast kauft, desto günstiger wird die Karte. Nicht verbrauchte Punkte werden angerechnet, wenn sich der Gast zu einer Karte in der nächsten Saison entschließt.
  • Es gibt seit einigen Jahren wieder deutlich mehr Vollerwerbslandwirte im Tal, da die Transportkosten durch flächendeckende Mautbepreisung mit einem Zuschlag für Lebensmittel- und Tiertransporte die Massentierhaltung und die damit verbundenen Transportwege weitgehend unrentabel gemacht haben. Das Bewusstsein für regional erzeugte Lebensmittel hat den Bio- und Vegetariertrend abgelöst. Die Landwirte im Montafon haben sich in einer Genossenschaft organisiert und betreiben eine zentrale Sennerei nebst Verkaufsstelle für ihre Produkte, die einen deutlich besseren Preis erzielen als früher.
  • Tagesgäste sind mit Blick auf Verkehr, Umsatz im Tal und Umwelt unerwünscht, die Preise für Einzelleistungen der Lifte etc. haben sich stark erhöht, so kostet eine Tagesskikarte für das Tal mittlerweile 125 Euro.
  • Als moderne Ganzjahresdestination hat das Montafon aus dem Aktivpark ein eigenes Indoor-Erlebniszentrum mit Wellness, Hallenbad, Rutschen etc. entwickelt, das ständig erweitert wird. Es wird von den Gästen gerade der Privatvermieter sehr gut angenommen, da es mit der Montafon Brandnertal Prättigau Card eine Ermäßigung gibt.
  • Auch im Montafon ist angekommen, dass das Rad-Schiene-System der Eisenbahn im Regionalverkehr viel zu teuer ist und keine Zukunft hat. Die Pläne zur Erweiterung der Montafoner Bahn bis nach St. Gallenkirch sind schon vor 10 Jahren still und leise beerdigt worden. Die Schienen von Schruns nach Bludenz sind abgerissen, die Trasse wird für den neuen Verkehr mit autonom fahrenden Elektromobilen zur Entlastung der Wohngebiete genutzt.
  • Verkehrstechnisch setzt das Montafon voll auf Elektromobilität. Verbrennerfahrzeuge haben ins Montafon keinen Zutritt mehr und parken draußen vor dem Tal auf dem Großparkplatz. Die Gäste steigen auf autonom fahrende Taxis um, die sie zur Unterkunft oder der Talstation des Skigebiets bringen. Auch der öffentliche Personennahverkehr wird so abgewickelt. Deutlich flexibler, kostengünstiger und umweltfreundlicher als die Busflotte der früheren MBS. Die Reste der MBS sind mittlerweile privatisiert oder abgewickelt.
  • Konsequent setzt das Montafon darum auch auf heimischen Strom und setzt seine Vorreiterrolle in Sachen Energie in den Zielmärkten des Tourismus gekonnt in Szene. Der Strommix beträgt 100% Wasserkraft mit Photovoltaik. Es wird kein Atom- oder Kohlestrom mehr zugekauft, um die Pumpspeicherkraftwerke zu bedienen. Überschüssiger Strom wird an internationalen Strombörsen weiterverkauft. Die dezentrale Speicherung in Akkus und die Produktion von Strom auf Dächern ist im Tal weit verbreitet, viele alte Pumpspeicherkraftwerke der Illwerke sind mangels Rentabilität mittlerweile abgeschaltet und abgebaut.
  • Die alte Montafoner Kulturlandschaft erlebt eine Renaissance. Heute werden Förderungen gezahlt, wenn Bausünden der letzten 30 Jahre abgerissen und wieder mit Vollholz das neu entwickelte Montafoner Haus 2.0 errichtet wird. Denn endlich hat man die Lobbyisten der Beton- und Isolierungsbranche argumentativ ins Abseits gestellt. Gesünder Wohnen mit nachhaltigem, lokalen Baumaterial gebaut und ohne immense Abrisskosten durch Sondermüll bei den überisolierten Häusern ist der Trend und damit nimmt das Tal wieder Anleihen an der Vergangenheit mit seinem einzigartigen Baustil des Montafoner Hauses. Vorbild ist Venedig, das durch seine Sanierung der alten und einzigartigen Bausubstanz als Weltkulturerbe einen Zulauf erhält wie die letzten 30 Jahre nicht.
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