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Ein heute wieder stark gelebter Brauch ist das Funkenabbrennen. Der Funken ist eine Jahrhunderte alte Tradition und wurde ins UNESCO Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Der erste Beleg für den am Funkensonntag stattfindenden Feuerbrauch stammt aus einem Brandbericht des Benediktinerklosters Lorsch aus dem Jahr 1090. Danach wurde der Brand des Klosters durch eine brennende Holzscheibe entfacht, die die Burschen am Abend des 21. März 1090 geworfen hatten. Die Verbrennung einer Hexenpuppe auf dem Funken ist nicht ein Rest der schrecklichen Hexenverbrennungen der frühen Neuzeit, sondern vermutlich erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an die Fasnacht entstanden.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhr der Funkenbrauch in Vorarlberg einen starken Aufschwung. Trotz Brennstoffmangels brannten dort überall zahllose Feuer. Der Funken diente in dieser Zeit als Instrument zur Identitätsfindung der Vorarlberger Bevölkerung. Mehr als je zuvor wurde der Funken in Vorarlberg zum Landesbrauch schlechthin. Bereits 1946 brannte in Schruns wieder ein Funken. Der Funkenmeister war der Heimatdichter und Schriftsteller Otto Borger aus Schruns. Früher begannen die Schüler mit dem „Funkozüho“ (Holzsammeln für den Funken) bereits nach Dreikönig. So lange es Schnee hatte, nahmen sie dazu einen „Horner“ (Schlitten), sonst einen Leiterwagen. Damit möglichst viele Buben die schwere Last ziehen konnten, wurde vorne ein Seil mit fünf Querstäben befestigt. Sie sammelten das Material für Funken, Hexe und Fackeln, bauten den Funken, entzündeten das Feuer, schwangen die Fackeln oder verschossen glühende Scheiben und sprangen am Schluss über die Glut des abgebrannten Funkens. Nachts, wenn sie heimkamen, gab´s noch „Küachle“ (im Fett gebackene Küchlein).

Der Funkensonntag findet jedes Jahr am Sonntag (Wochenende) nach Aschermittwoch statt. Es wird aus Holz ein zum Teil deutlich über 20m hoher Turm aufgeschichtet, der Funken. Der Aufbau des Funkens erfordert viel Arbeit, durchschnittlich 700 bis 800 Arbeitsstunden. Die Funkenzünfte füllen den sorgsam aufgeschichteten Holzstoß mit Reisig, Stroh und alten Christbäumen und bauen ihn sorgsam rund um die Funkentanne auf. Ganz oben werden die Äste an der Tanne belassen, darauf thront die Funkenhexe. Diese symbolisiert die Geister des Winters und des Eises. In der Vornacht des Funkenabbrennens passt eine Funkenwache auf, dass der Funken nicht von den Burschen aus den Nachbardörfern angezündet wird. Dieser althergebrachte Streich ist jedoch mehr als nur ein Kavaliersdelikt und wird mittlerweile als Straftat verfolgt.

Es wird aus Holz ein zum Teil deutlich über 20m hoher Turm aufgeschichtet, so auch für den Funken Bartholomäberg-Jetzmunt.
Bei Einbruch der Dunkelheit wird der Funken schließlich unter den Augen der Dorfbevölkerung entzündet. Die Hexe ist mit Feuerwerk präpariert und muss lautstark explodieren und den Winter austreiben, sonst muss sie beerdigt werden, eine große Blamage für die Funkenzunft. Es gilt als schlechtes Vorzeichen, wenn der Funken umfällt, bevor die Hexe explodiert. Auch in diesem Fall beerdigt die Funkenzunft die Hexe. Durch das Verbrennen des Funkens und der Hexe soll neues Leben entstehen und der Frühling Einzug halten können.

Auch das zeitgleich zum Funkenabbrennen durchgeführte „Schibaschlacha“ (Scheibenschießen/Scheibenschlagen) wurde mittlerweile von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Es findet vor allem noch in Gortipohl statt, begeistert aber immer mehr Nachahmer im ganzen Tal. Die über dem Feuer zum Glühen gebrachten Holzscheiben werden dazu auf ca. 1m lange Haselstecken gesteckt und mit Hilfe einer kleinen Holzbank abgeschlagen.

Schrunser Funken.
 

Funkenstandorte im Montafon Samstagsfunken:

  • Riederhof Bartholomäberg
  • Gantschier
  • Brunnafeld Silbertal
  • Althus Kristberg Silbertal
  • Feuerwehrhaus Silbertal
  • Hofner Funka St. Gallenkirch

Funkenstandorte im Montafon Sonntagsfunken:

  • Ortszentrum Tschagguns
  • Funkenplatz beim Schwimmbad Vandans
  • Rainweg Schruns
  • Gamplaschg Schruns
  • St. Anton im Montafon
  • Widum Bartholomäberg
  • Innerberg
  • Glän
  • Fritzatobel Bartholomäberg
  • Panoramagasthof Kristberg Silbertal
  • Jetzmunt Bartholomäberg
  • Bronnahus Kristberg Silbertal
  • Krista Tschagguns
  • Latschau Tschagguns
  • Gamprätz Schruns
  • Schattenort Gortipohl
  • Ortszentrum St. Gallenkirch
  • Ortszentrum Partenen
  • Gaschurn
  • Äussere Mauren Tschagguns
  • Gargellen